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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 23.02.2005, 18:15   #1
juler
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Renommee-Modifikator: 0 juler wird positiv eingeschätzt
Standard Musikjournalismus

Hallo,
ich hätte da - oh Wunder - ein paar Fragen:

Erstmal allgemein:
Warum stoße ich hier im Netz immer wieder auf den Rat, nicht Germanistik zu studieren, wenn ich den Weg zum Journalisten gehen möchte? Ich hielt Germanistik immer für eine gute Grundlage...

Jetzt spezifisch:
Ich mache zur Zeit ein Vorstudium für Musik (Hauptfach: Gesang) an der Folkwang Musikschule in Essen. Nun werde ich vermutlich zwei Jahre oder länger brauchen, um tatsächlich auf Hochschuleniveau zu kommen und möchte die Zeit bis zur Aufnahmeprüfung intensiver nutzen.
Da ich nun allmählich feststelle, dass mir eine ebenso große Leidenschaft zu schreiben, wie zu singen innewohnt und es nicht erst seit gestern wenig gut um die Zukunft freischaffender Sänger bestellt ist, plane ich nun, Germanistik zu studieren, während ich mich weiterhin auf die Musikhochschule vorbereite.
Außerdem möchte ich bis dahin Praktika bei Lokalzeitungen, Musikzeitschriften, Radiosendern und Musikzeitschriften machen, um dann, nach Germanistik- und Musikstudium in Richtung Musikjournalismus zu gehen.
Haltet ihr ein komplettes Musikstudium für vertane Zeit?

Was ist der konventionelle Weg zum Musikjournalisten (wenn es einen gibt)?

Ich las, dass es bis jetzt nur eine Hochschule in Deutschland gibt, die ein "Studium für Rundfunk-Musikjournalismus" anbietet; die Musikhochschule in Karlsruhe. Kann mir jemand sagen, wie es um die Qualität eines solchen Studiums bestellt ist?

Vielen Dank im Vorraus und immer ran mit Kritik!
juler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2005, 21:15   #2
christine
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Renommee-Modifikator: 34 christine hat zahlreiche positive Bewertungen erhalten
Standard

Also, wenn Du Musikjournalist werden willst, weil Dir die Zukunftsaussichten für freischaffende Sänger zu unsicher sind, ist das keine so gute Idee, denn die für Journalisten sind genauso.

Wenn Dich Germanistik interessiert, dann studiere das ruhig. Ich kenne einige Kollegen, die vor ihrer journalistischen Ausbildung Germanistik studiert haben und ihre Kenntnisse aus diesem Studium auch heute noch gut gebrauchen können. Im Grunde gilt das auch fürs Musikstudium - wenn es das ist, was Du willst, mach es.
Den Studiengang in Karlsruhe kenne ich nicht, aber es gibt auch noch andere Ausbildungswege. Das Deutschlandradio suchte neulich einen Volontär für die Musikredaktion (Höchstalter 30 Jahre, abgeschlossenes MuWi-Studium). Die Bewerbungsfrist dürfte aber inzwischen abgelaufen sein.

Musikredakteure im klassischen Sinn gibt es heute nur noch bei sehr wenigen Sendern - hört man dem Programm ja auch an. Bei vielen Sendern entscheiden die "Musikredakteure" mit Hilfe der Hörerforschung nur noch, ob ein Song in die "heavy rotation" kommt oder allmählich wieder herausfliegt. Ab und an dürfen sie auch noch ein paar Neuvorstellungen in den Computer füttern.
In den Feuilletons der Printmedien (übrigens häufig eine Frauendomäne, die Feuilletons) werden auch die Redakteursstellen zusammengestrichen. Beispiel gefällig? Der Musikredakteur der größten Lokalzeitung einer Landeshauptstadt wurde in eine Außenlokalredaktion verschoben. Er war todunglücklich, wollte aber auch nicht arbeitslos werden. Konzerte und Musiktheater werden jetzt von den beiden anderen Redakteuren und den Freien rezensiert.

Bei den Magazinen, die sich der so genannten U-Musik verschrieben haben, konkurrierst Du mit all den großen Jungs, die schon immer gerne Platten gehört und womöglich auch noch selbst 'mal in einer Band gespielt haben - Du weißt schon, was ich meine. Eine Zeit lang sind dann viele von denen zu den Plattenfirmen gewechselt, weil es da halt mehr Geld zu verdienen gab. Ist aber auch vorbei, das machen dort jetzt die unbezahlten jungen Praktikanten.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.02.2005, 10:13   #3
Micky
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Beiträge: 1
Renommee-Modifikator: 0 Micky wird positiv eingeschätzt
Standard

Guten Morgen,

in welchem Bereich möchtest Du denn schreiben?
Eher Klassik, Rock, Pop, Jazz oder Independent?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man am Besten mit einem Praktikum irgendwo anfängt, um dort nicht zuletzt auch ein paar Arbeitsproben erstellen zu können. Schau Dich doch mal bei ein paar Online-Magazinen um. Da kannst Du auch ein bisschen Erfahrung sammeln. Allerdings haben viele kein festes Büro und somit keine Möglichkeiten ein Praktikum anzubieten. Allerdings geht es z.B. bei klassik.com und laut.de.
Bei Radios bieten sich die Lokalradios ganz gut an. Die haben zwar wenig mit Musik zu tun, Du bekommst aber schon mal einen Einblick und dann kann man immer noch weiter sehen.

Micky
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Alt 02.03.2005, 17:20   #4
Schabe
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Beiträge: 4
Renommee-Modifikator: 0 Schabe wird positiv eingeschätzt
Standard wo bleibt denn der optimismus?

liebe christine, ich finde deine antworten in diesem forum – und ich meine das GESAMTE forum – sehr demotivierend für angehende journalisten. die pessimisten-schiene nervt sehr an. entweder gibst du mal ein paar konstruktive hinweise oder lass (naive) fragen einfach so stehen.
darf ich fragen, wo du momentan arbeitest? entschuldige, dass ich das in all deinen beiträgen eventuell nicht mitbekommen hab.
Schabe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2005, 21:30   #5
christine
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Registriert seit: 05.07.2004
Beiträge: 1.812
Renommee-Modifikator: 34 christine hat zahlreiche positive Bewertungen erhalten
Standard

Hallo Schabe,

Realismus sollte man schon aushalten können in dem Beruf. Juler muss wissen, worauf er/sie sich einlässt, sonst kommt später das böse Erwachen und der Frust. Das hat nichts mit einer "Pessimismus-Schiene" zu tun, sondern damit, dass ich durch Gespräche mit Kollegen und eigene Erfahrung mehr Einblick habe als die meisten, die hier Fragen stellen. (Ich bin eine tri-medial ausgebildete Journalistin, habe zwei Jahre als Redakteurin in einer Pressestelle, danach fünf Jahre als Online-Redakteurin - auch in verantwortlicher Position - gearbeitet und schreibe derzeit für eine überregionale Tageszeitung.)

Wie Du nachlesen kannst, habe ich weder von dem einen noch von dem anderem Studium abgeraten. Ich fände es nur nicht sehr klug, aufs Gesangstudium zu verzichten, weil das Leben als freischaffender Sänger zu unsicher ist, und dann ausgerechnet Journalist werden zu wollen. Das Leben als freischaffender Journalist ist kein Deut sicherer. Und in dem Fall ist es notwendig, das auch so deutlich zu sagen, bevor sich jemand aus den falschen Gründen entscheidet, Journalist zu werden. Zumal es auch einige gute Gründe gibt, Journalismus zum Beruf zu machen.

Da oben stehen einige Informationen, Schabe, man muss sie halt nur zu lesen wissen. Zum Beispiel habe ich auf die Ausbildungsmöglichkeit bei einem der renommiertesten öffentlich-rechtlichen Sender aufmerksam gemacht. Jemand, der Gesang studieren möchte, interessiert sich wahrscheinlich mehr fürs DRadio, wo Musikredakteure tatsächlich noch eine Aufgabe haben, als für den Dudelfunk. Zweitens steht da, dass man ein Studium abgeschlossen haben sollte, und welches Höchstalter dort gilt. Das ist wichtig zu wissen, wenn man derzeit noch ein Vorstudium absolviert (was bedeuten dürfte, dass Juler erst relativ spät mit dem Musizieren angefangen hat) und daher beim eigentlichen Studienbeginn schon 21 oder 22 Jahre alt sein wird (zuzüglich Zivildienst- oder Bundeswehrzeit, wenn man ein Mann ist, also 23/24). Dann sollte das Studium nämlich nicht mehr sehr viel länger als die Regelstudienzeit dauern, damit man überhaupt noch eine Chance auf ein solches Volo hat. Schließlich steht da, dass sie eigentlich Musikwissenschaftler wollen. Mit Talent und guten Argumenten kann man sie sicherlich davon überzeugen, dass man auch als Gesangspädagoge dafür geeignet ist – man kann sich aber auch Alternativen überlegen. Zum Beispiel, das Vorstudium Gesang zum eigenen Vergnügen weiterzubetreiben, aber gleichzeitig mit dem Musik- und Literaturwissenschaftsstudium zu beginnen. In zwei Jahren könnte Juler dann immer noch versuchen, die Aufnahmeprüfung für Gesang zu bestehen, die eben derzeit noch außer Reichweite liegt, während andere, die schon länger musizieren, sie eben direkt nach dem Abitur oder gar noch in der zwölften Klasse schaffen.

Als Journalistikstudent/in sollten Dir Deine Lehrer eigentlich auch vermittelt haben, wie wichtig ein aufmerksamer Blick, genaues Zuhören und Gründlichkeit sind. Nein? Ähm, wo studierst Du gleich nochmals?

Dass Du das als angehende/r Journalist/in demotivierend findest, wundert mich nicht. Schließlich suchst Du noch ein Volo und tust Dich offenkundig auch nicht so leicht mit dem Berufseinstieg. Das ist für mich nur kein Grund, Schönfärberei zu betreiben, auch wenn Du sowas lieber lesen würdest.

Wenn Du Dir übrigens 'mal die Mühe gemacht hättest, meine Beiträge etwas gründlicher zu lesen, hättest Du unschwer feststellen können, dass ich durchaus konstruktive und konkrete Hinweise gebe (um nur mal einige aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen), einschließlich Literaturtipps und Links.
Und wo stehen Deine?

P.S. Warum eröffnest Du nicht einen neuen Diskussionsstrang, in dem Du von Deinem Journalistikstudiengang (Schwerpunkte, Stärken, Schwächen) und vor allem von der Eignungsprüfung erzählst. Das würde sicherlich vielen weiterhelfen.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2005, 14:13   #6
Schabe
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Renommee-Modifikator: 0 Schabe wird positiv eingeschätzt
Standard

Hallo Christine,

Realismus sollte man allgemein aushalten können, da stimme ich Dir voll zu. Ich bezweifle, dass es heute einen einzigen Beruf gibt, den man, ohne die Realität zu beachten, anstreben kann.
Wie die meisten arbeitet man ja schon während des Studiums idealiter in seinem Bereich. So ist es auch bei mir. Und so fühle ich mich nicht wirklich als „angehender“ Journalist.
Stimmst Du mir zu, dass ein Volontariat noch immer etwas zählt – ob nun bei einer kleinen Lokalzeitung, einem renommierten Verlag oder einer öffentlich-rechtlichen Anstalt? Und dass man ein Volontariat im Grunde nicht mehr ohne (irgendein) abgeschlossenes Studium bekommt?
Bei welchen Medien hast Du die tri-mediale Ausbildung gemacht, wo hast Du volontiert? Welche Schwerpunkte hast Du?

Dass es keinen Königsweg in den Journalismus gibt, ist allgemein bekannt. Und das ist ja auch die große Chance. Ich bin auf dieses Forum gestoßen und finde es deswegen interessant, da man eben die tausendfachen Wege in den Journalismus ein bisschen mitverfolgen und nachvollziehen kann. Viele Beiträge bringen mir die verschiedenen Berufswege, Möglichkeiten und auch Probleme näher, aus denen ich persönlich meine Infos herausfiltern kann. Dies kann man als Anfänger UND als im Berufsleben stehender Journalist tun. Letztere sollten dies ständig machen, meiner Meinung nach.
Mir bringt es nichts, dass auf eventuell naive oder unreflektierte Fragen von echten Einsteigern erst einmal demotivierende „Watschen“ folgen. Wenn mir die Fragen zu simpel erscheinen, ist der- oder diejenige vielleicht tatsächlich nicht für diesen Beruf, der von der Recherche geprägt ist, geboren. Anscheinend besteht bei anderen mehr Idealismus oder ein Hang zum Pädagogischen.
Ich hoffe, Juler schaut noch mal ins Forum rein, denn er hat zumindest in Deiner Antwort an mich einiges Neues bezüglich seiner Frage vom 23. Februar erfahren.
Wie wär’s, wenn Du Deine Literaturtipps und Links als Bündel auf einer eigenen Homepage anbietest? Dann hättest Du nicht so einen Ärger mit immer den selben Fragen von Schülern oder jungen Studenten.
Schabe ist offline   Mit Zitat antworten
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